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Regenzeit!!:D

Autor: Svenja | Datum: 19 Oktober 2011, 15:47 | Kommentare deaktiviert

 

Fast jeden Abend regnet es hier...; Regen meist verbunden mit einem kräftigen Gewitter.

entweder man hat Glück gerade unter der Ophut eines Daches zu sein oder man ist unterwegs in den Straßen und wird vom Regen überrascht...

Beim ersteren genießt man am besten einfach den wunderbaren Klang des Regens mit einer Tasse Tee/Kaffee, einem Glas Wein oder derartigem, zum Beispiel auf der Veranda...

Beim zweiteren gibt es zwei Optionen:

  1. man ist auf der Hut und such schnell das weite; bedeutet Unterschlupf suchen=Dach

  2. man lässt den Regenschauer einfach auf sich wirken und genießt diesen...schließlich wird man schon wieder trocken!

Allgemein kann man nur sagen, dass die Regenzeit, in meinen Augen, eine echt schöne Zeit ist. Es ist halt nicht einfach nur Regen...; die Regentropfen sind erstaunlich groß und fallen zahlreich vom Himmel. Dem Schauspiel zuzugucken; zu sehen, wie der Regen auf die tolle wunderschöne Umgebung fällt ist traumhaft...

Ebenso ist der Klang des Regens eigen, besonders und wunderschön...er lässt einen zum Teil in eine Art Trance der Ruhe versetzen...; egal ob der Regen auf die großen Blätter tropfelt oder auf ein Wellblechdach.

Aufjedenfall ist sicher, dass man die Zeit, wann genau der Regen runterkommt, nicht wirklich einschätzen kann. Von null auf hundert und ohne Vorwahnung(z.B. Durch Niselregen...) fängt es an in strömen zu regnen...Was einen da nur übrig bleibt...GELASSENHEIT!:D

 

Unglaubliche Erzählkunst...

Autor: Svenja | Datum: 19 Oktober 2011, 15:44 | Kommentare deaktiviert

 

Ich sitze in der Klasse im Kindergarten. Die Lehrerin fängt an eine Geschichte auf Englisch zu erzählen; die Kinder sitzen gespannt auf ihren Stühlen und lauschen...An manchen stellen stopt die Lehrerin und stellt den Schülern Zwischenfragen um die Aufmerksamkeit sowie das Verständnis zu überprüfen.

Erstaunt bin ich, als die Lehrerin die Kinder interaktiv miteinbezieht...“...near the man was a lion!“ „Do you see a lion here in the room..for example on a poster?“ Ein Kind meldet sich; steht auf Anweisung auf und geht zu einem Poster und zeigt auf den Löwen. Danach sprechen die Kinder zusammen einen Reim, wo das Wort Löwe drinne vorkommt(Ein Reim, der von der Struktur immer gleich bleibt, aber immer mit einem anderen Wort variiert werden kann= bessere Aneignung von englischen Wörtern= spielerisches Lernen).

Nachdem die Lehrerin mit ihrer Geschichte fertig ist dürfen die Kinder auf Ewe Geschichten erzählen...einzelnd geht immer ein Kind nach vorne mit seinem Stuhl,, setzt sich und fängt an eine Geschichte zu erzählen. Gespannt und total Begeistert sitze ich nun da, meine Aufmerksamkeit auf das jeweilige erzählende Kind gerichtet...trotzdessen,, dass ich so gut wie kein Wort verstehe(außer sprechender Mangobaum)! UNGLAUBLICH, wie die Kids mit Begeisterung, Mimik unnd Gestik ihre Geschichten vortragen. Nicht einfach nur erzählen, sondern wirklich aktiv vortragen mit ihren eigen begeisterten großen Augen. Ich selbst bin fasziniert, gespannt und einfach nur gebahnt von den Erzählungen- alles um einen herum wird ein klein wenig ausgelöscht; die Umgebung gleicht einer Fantasiewelt...alleine durch die selbst gemalten Bildern an den Wänden und den bunten Plakaten...aber vor allem durch die Geschichten und der Kreativität die in jedem Kind schlummert!!

 

Trauer/Beerdigungen mal anders...

Autor: Svenja | Datum: 19 Oktober 2011, 15:43 | Kommentare deaktiviert

Letztens bin ich durch die Straßen gezogen und habe wenige Erledigungen in Angriff genommen oder sollte man sagen in Betracht gezogen...nun den...

Als ich mich durch die Straßen bewegte sind mir mehrere kleine Menschenmengen ins Auge gefallen. Menschen jeder Generation mit roter sowie schwarzer Kleidung. Sie maschierten zusammen; machten Musik, sangen, tanzten und zogen die Aufmerksamkeit aller nahegelegenen Passanten auf sich. Vor sowie hinter dem Trupp Autos sowie TroTros, die wie wild hupten...manche fuhren sogar wie die Irren hin und her, sodass man dachte, dass gleich im nächsten Moment ein Unfall passiert.

Warum dieser ganze Spektakel?

Aus einem sehr guten Grund!

Beim näheren betrachten fand man kleine Plakate sowie bedruckte T-Shirts mit einem jungen Mann, seinem Alter und der Aufschrift “Ruhe in Frieden“ drauf. Dieser junge Mann im Alter von 21 Jahren ist gestorben...und nun erweisen diese Menschen ihm und seinem Leben( welches er gehabt hatte) die letzte Ehre! Anders als bei uns wird Trauer in eine Art feiern umgesetzt...Meiner Meinung nach wundervoll; wenn man diese ganzen Menschen betrachtet berührt das einen zu tiefst: zum einen ist man natürlich getroffen, aber zum anderen schätzt man auch das Wert, was das jeweilige Menschenleben hatte und legt das was man selber hat nochmal auf eine ganz neue Wage und schätzt das was man hat noch mal mehr wert...

Hier in Ghana dauert die Trauerzeit vom Tod bis zur Beerdigung 40Tage. In dieser Zeit gibt es mehrere Etappen der Trauer...die größte wohl die „Überführung des Leichnams“ vom Krankenhaus zu seinem Zuhause/Elternhaus; wo eben auch der oben beschriebene Marsch dazugehörte. Der Leichnam ist nämlich eingewickelt in einem Tuch zwischen dieser Menge von Menschen; auf einem Truck oder in einem geschlossenen Leichenwagen(meist selten der Fall).

Zum Schluss der Wanderung bilden die Leute zwei gegenüberstehende Reihen; in der Mitte fährt der Wagen mit dem Leichnam durch...und jeder kann ihn nochmal „ sehen“ und ihm auf wiedersehen sagen-winken.


Kleine Anmerkung:

Zu Beerdigungen zu gehen ist in Ghana wie eine Art „Volkssport“. An fast jedem Wochenende sind meist mehrere Beerdigungen vorhanden. Man geht auch zu Beerdigungen von Verstorbenen, die man nicht näher kennt= Respekt Erweisung gegenüber der Menschen und das Leben im allgemeinen.


Abweichungen mögich...

 

Langeweile abgelöst-von einem „rahmenlosen Alltag“

Autor: Svenja | Datum: 19 Oktober 2011, 15:39 | Kommentare deaktiviert

 

So, nun bin ich auch schon einen Monat hier...erst schleppend und dann doch relativ fix vergangen! Aufjedenfall dachte ich mir es wird mal Zeit wieder etwas in Schriftform umzusetzen..mit einem Glas Wein und einer Art Prinzenrollenkeks versuche ich mich nun darin....:)

Generell geht es mir ganz gut; jetzt nachdem die zwei wirklich langweiligen Wochen vorbei sind und ich die ein oder anderen Tiefpunkte bewältigt sowie vollständig überstanden habe!...man lebt sich ein in das neue Leben; Alltag so wie wir ihn kennen gibt es glaub ich nicht wirklich hier...aber so in etwa gibt es einen Rahmen von einem Tag...an dem man sich mehr oder wenig richten kann aber nicht direkt muss...nun gut; gefallen findet man irgendwie daran dann schon nach kurzer Zeit!:)

Nach kleinen Einkaufs/Erkundungstouren in unserer Stadt „Ho“ finden wir uns auch einigermaßen hier zurecht...zu Beginn schwierig, da Straßennamen nicht vorhanden sind; nun aber ganz locker gesehen. Unterwegs sind wir hier meist zu Fuß oder mit dem Taxi, ich mein bei umgerechnet 25Cent pro Fahrt kann man sich das mal gönnen;P...Immer noch faszinirend und genial finde ich die Einkaufsmöglichkeiten- es sind hier zwei kleine Supermärkte vorhanden(wirklich sehr klein und kein Vergleich zu unseren Supermärkten), der Markt ist ein Erlebnis wobei es dort alles gibt- von Lebensmitteln,über Drogerieartikeln bis hin zur Kleidung, sowie man überall am Straßenrand Lebensmittel aller Art sowie was gekochtest zu Essen findet...richtig genial!!!:DVermissen tuh ich trotzdem was...wie z.B. Johgurt!!Naja...

Zur WG; Ich würde mal behaupten wir haben uns gut zusammengelebt. Vielleicht zu Beginn etwas ungewohnt, da das männliche Denken, Verhalten sowie Handeln bei meinen beiden Mitstreitern Vincent und Jonas manchmal doch sehr ausgeprägt ist; nicht im negativen..oder doch man weiß es nicht...;D! Nein, es lebt sich ganz gut...ich mein ganz einfach bin ich wahrscheinlich mit meiner ausgeprägt weiblichen Ader auch nicht...!! Zudem gibt es echt lustige Momente und ich würde mal behaupten Vincent und ich geben soweit so gut eine ganz gute Figur in der Küche ab...wir erfinden gerne und probieren einfach aus:P.

Übrigends haben wir auch ein Haustier. Sie ist eine Krötendame und heißt Greta. Leben tut sie in der Dusche; im Türrahmen/Mauer ist ein kleiner Schlitz, in diesem wohnt sie...manchmal kommt Greta auch raus(schließlich brauchen auch mal Kröten etwas Bewegung). Jaahhaa! Eben hab ich auch mit Greta zusammen geduscht;)! Man hört raus, Greta ist echt total friedlich und manchmal gesellig...das einzigste negative ist vielleicht, dass sie noch nicht Stubenrein ist, somit nachts öfters mal in den Flur macht...nun gut, dass ist auch nicht so dramatisch! :)

Seit letzter Woche Montag arbeite ich nun...zwei Vormittage im Kindergarten(eine Art Vorschule hier in Ghana)die anderen drei Vormittage arbeite ich in einer Primary School, wo ich in verschiedenen Klassenstufen tätig bin. An drei Nachmittagen in der Woche arbeite ich mit meinem Mitfreiwilligen und ebenso WG-Partner Jonas im „Nenyo-Habobo-Projekt“(Straßenkinderprojekt) sowie wir beiden anstreben in den Schulen das „Mobile-Libary-Project“ sowie das „Reading-Project“ umzusetzten bzw. weiterzuführen. So mal eben für den Überblick...

Als ich dann letzten Donnerstag meine erste selbst zusammengestellte Unterrichtsstunde im Fach „Literacy and Languages“ umgesetzt habe musste ich danach feststellen, dass man vielleicht doch etwas mehr in die Vorbereitung investieren sollte...dieses hab ich dann auch gleich für die nächste Unterrichtsstunde am nächsten Tag umgesetzt. Jedoch muss man ebenso dazu sagen, dass es ein komisches und zugleich genial aufstrebendes Gefühl ist auf einmal von der Schülerrolle in die Lehrerrolle zu schlüpfen und zudem noch in einem Land wo der Unterricht in total anderen Dimensionen stattfindet; wobei mir dieses eher zugute kommt, da der Unterricht eher gelassener und unstrukturierter ist und somit es auch kein Problem war, dass ich manchmal meine stockenden Momente hatte...zu guter letzt habe ich dann aber nur Mut von der Lehrerin zugesprochen bekommen und ebenso ein großes Lob das ich doch mit so viel „Kreativität“ gearbeitet habe:

Ich sollte den Kids das ABC näher bringen..zu Beginn habe ich einen ABC-Song an die Tafel geschrieben und diesen dann mit denen geübt(wobei da doch eher die Lehrerin stärker mitgesungen hat als ich; könnte aber auch an meinen großartigen Talent bezüglich des Singens gelegen haben, welches ich nicht gerne auslebe:P..nun gut. Nachdem der Song dann so einigermaßen lief habe ich dann only mit den Buchstaben weitergearbeitet. Vielleicht interessant zu wissen: hier wird grundsätzlich alles auswenig gelernt, bedeutet, dass die Kids echt gut das ABC runterreden konnten; HAT man aber wahllos auf einen Buchstaben gezeigt konnten die meisten Kinder diesen nicht benennen...somit habe ich dieses geübt: Buchstaben einzelnd erkennen sowie benennen. Dann gabt es eine kl. Pause und nach der Pause hat jedes Kind einen Buchstaben(welche ich vorher auf Karteikarten geschrieben hatte)bekommen..eigenständig sollten sie sich nun nach dem ABC aufstellen. Nachdem diese Aufgabe mehr oder weniger gut bewältigt worden war habe ich wahllos einen Buchstaben rausgesucht...die Kinder sollten wieder eigenständig den Buchstaben befor and after des rausgesuchten Buchstabens suchen!

Im Endeffekt kann man allgemein sagen, dass es echt Spaß macht zu unterrichten, ich aber ebenso zu Beginn etwas Umstrukturierungszeit brauchte: from a student to a teacher! Aber es ist eine großartige Sache sich auszuprobieren.

Am Sa., den 08.10.11 waren wir in Amezofe...einem kleinen Dorf in den Bergen gelegen.

Zu Beginn sind wir auf einen Berg gestiegen und hatten von da aus zwischen den Wolken eine tolle Aussicht; um uns herum ein Meer von einer wundervollen Landschaft..UNGLAUBLICH viel Natur=Tropenwald....ich war so überwältigt und begeistert(sowie von dem ganzen Tag muss ich mal dazu sagen). Danach mussten wir ne Strecke im Tropenwald zurücklegen und ein kleines Stück „klettern“ um dann einen wunderbaren Wasserfall genießen zu können...ATEMBERAUBEND!!! Da hab ich auch gleich mal eine Runde meine Füße ins Wasser gehalten:)...! Wieder angekommen in Amezofe sind wir dann auch gleich schon in ein Nachbardorf gewandert...wo wir nette Menschen kennengelernt haben und wir was leckeres zu Essen bekommen haben. Nach der Pause haben wir uns auf den Rückweg gemacht- weiter gewandert bis zu einer Hauptstraße, von dort aus haben wir unsere kleine Reise zurück nach Ho mit einem sogenannten Trotro(„Kleinbusse“, die meist nur noch aus dem Gestell eines Autos und dem Motor bestehen) fortgesetzt; eine echt interessante, lustige Erfahrung!

So, nun beende ich das hier auch mal fürs erst...schließlich müssen noch andere Dinge erledigt werden...wie zum Beispiel die Wäsche! Dabei möchte ich anmerken, dass ich Handwäsche sowas von hasse und jetzt schon definitiv weiß, dass ich später den Luxus genannt „Wachmaschine“ mir gönnen möchte!!!!

 

eure

Afi/Afua Svenja Cichy