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Heute ist Bergfest in Ghana...

Autor: Svenja | Datum: 15 Februar 2012, 12:50 | Kommentare deaktiviert

 

Genau heute ist Bergfest für mich in Ghana; ich bin in der Mitte meines Jahres angekommen und von nun an sind es noch genau 5 Monate bis ich in Deutschland wieder bin.

Sehr passend, dass gerade unser Zwischenseminar war...

Wenn ich zurückblicke auf meine gelebte Zeit hier kann ich vieles Positive sowie Negative äußern... wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass das Negative an einigen Stellen überwiegt. Woran das liegen mag?? Ich denke viele kleine Dinge sind da im Endeffekt zusammen gekommen...angefangen zu Beginn meines Aufenthaltes-Das Negative hat sich dann immer mal wieder sehen lassen und sich so durch die Hälfte meines Jahres gezogen. NATÜRLICH war aber nicht alles schlecht...das möchte ich gar nicht sagen!!

Ich hab auf meinem Zwischenseminar diese Erfahrung gemacht bzw. ist bei mir einiges hoch gekommen...es tat gut das alles endlich rausgekommen ist und man dann in Ruhe darüber nachdenken und reden konnte. Ich habe viele „Lösungen“ für mich gefunden und weiß, dass ab jetzt sich vieles ändern wird bzw. sich auch schon geändert hat. Alleine, dass wir unseren Mentor nun besser kennen und uns auch viel besser mit ihm unterhalten können ist ein Anfang und schon eine große Veränderung zum Positiven...das wichtigste ist aber, dass ich gemerkt habe, dass ich hier nicht alleine bin und es viele liebe Menschen gibt die für einen da sind und auf die man zählen kann. Ich muss nur wagen mich auf das hier einzulassen. Allgemein sehe ich nun Dinge hier ganz anders und viel gelassener... Ich blicke sehr positiv auf die kommenden 5 Monate und freue mich auf die Zeit! „Vieles“ steht an; bei der Arbeit werd ich mich noch intensiver reinhängen und auch in anderen „Kleinprojekten“ von unserer Organisation mein Bestes versuchen...ebenso stehen viele „Abenteuer“ mit vielen lieben Leuten an. :)

...Große oder auch eben nicht so große Dinge sind geschehen und ich schließe nun das alte Kapitel und beginne mit einem Lächeln ein Neues...eines, welches nur besser werden kann!


Eure Svenja

 


 

 

...große Reise über Weihnachten und Silvester...

Autor: Svenja | Datum: 22 Januar 2012, 12:51 | Kommentare deaktiviert

So, da ich mich nun wirklich lange nicht mehr über meinen Blog gemeldet habe, wird es Zeit sich auch mal wieder um diesen zu kümmern!!

Mein Vorsatz fürs das Jahr 2012 „Die Vernachlässigung des Blogs ein wenig zu minimieren“...1. weil ich nicht möchte das ihr denkt, dass ich vom Erdboden verschwunden bin und 2. weil es anstrengend ist so viel nachzuholen(fällt mir bei dem Berg an Notizen für meinen Bericht(e) auf) nun gut...:)

Erst einmal wünsche ich euch allen ein Frohes Neues Jahr:)!Ich hoffe ihr habt ordentlich gefeiert und seit gut reingekommen!!


Ich bin über Weihnachten(23.12.11-25.12.11) und Neujahr(27.12.11-07.01.12) verreist gewesen...entlang der atemberaubenden Küste Ghanas die an jeder Ecke anders ist...davon möchte ich euch nun ein wenig berichten...


Über Weihnachten war ich mit Sandro, einem Freund und ebenso ein Freiwilliger der ebenfalls in Ho wohnt, in Keta. Keta liegt an der Küste...von Accra aus gesehen auf der rechten Küstenseite Ghanas. Dort haben wir in einem wirklich netten Hotel für 3 Tage gewohnt... nettes Zimmer, schöne kleine Bar, leckerer Salat und das Hotel hatte sogar einen Pool...das bedeutet das wir nachts immer mit einem Gläschen Wein unter Sternenhimmel schwimmen gehen konnten..total genial:)(quasie vom Meer ab in den Pool;) ). Im Großen und Ganzen haben wir eigentlich nur gechillt...viele schöne Gespräche geführt; fasziniert darüber geredet, dass doch wirklich Weihnachten ist(und kam es einfach nicht so vor); uns die Stadt Keta angeguckt mit ihrer kleinen, für mich zusammengefallenen Burg...; uns wenn auch kurz und flüchtig mit den Einheimischen unterhalten...und einen Spaziergang gemacht.

Am meisten Zeit haben wir Tagsüber am Strand verbracht und uns die Sonne auf den Pelz scheinen lassen...dabei noch zwei weitere Jugendliche kennengelernt, die auch soweit super lieb, wenn auch etwas interessant komisch waren:D...Vom Strand zurück haben wir immer lecker gegessen und uns dann an die Bar gesetzt bis wir nachts noch einmal in den Pool gehüpft sind... Das war Weihnachten in Ghana...TOTAL cool und stressfrei. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass man gar nicht gemerkt hat, dass Weihnachten ist...zum einen, weil Weihnachten hier nicht populär ist; man den Leuten und der Umgebung es so gut wie gar nicht angemerkt hat, dass Feiertage sind und zum anderen,weil es einfach zu warm war und Allgemein einfach keine Weihnachtsstimmung aufgekommen ist...wobei ich sagen muss, dass das mir nicht sonderlich viel ausgemacht hat an Heiligabend, da mein Dad und ich Heiligabend nicht feiern...aber am 1. Weihnachtstag war ich doch schon etwas traurig, da ich das jährliche-weihnachtliche-Zusammenkommen mit der Familie doch sehr vermisst habe...mit allen einen tollen Tag zu verbringen und mit meinem kleinen rabauken Patenkind Leon zu spielen...ebenso das leckere Essen von meiner Tante...nun gut! Am 25.12 sind Sandro und ich zurück nach Ho gefahren...Angekommen habe ich mich mit meinem mittlerweile lieben Mitbewohner Jonas unterhalten und viel gelacht und TOTAL weihnachtlich Spagetthi gekocht, nachdem wir feststellen mussten, dass unsere ChopBar an der Straße zu hatte. Hat uns ja ÜBERHAUPT NICHTS ausgemacht...danach war es auch schon dunkel und wir haben zusammen einen Film geschaut, was wirklich nett war.

Das war Weihnachten2011...Weihnachten Mal ganz ANDERS!!!



Am 27.12 ging dann meine zweite Tour los...diese habe ich mit Franzi einer Freundin und ebenfalls einer Freiwilligen in Ho geplant sowie umgesetzt. Die Reise war entlang der kompletten Küste links von Accra aus gesehen.Gestartet haben wir die Reise mit zwei weiteren Freiwilligen die aus der Umgebung Hos kommen; Phillipp und Miriam. Beide total nett und es war wirklich eine tolle Zeit mit denen...wir hatten viel Spaß in einer großen Gruppe.



Unser erstes Reiseziel war CAPE COAST.


Cape Coast ist der erste Anlaufpunkt für Touristen...somit sehr touristisch geprägt. Trotzdem anders, als wir es von europäischen Ländern her kennen.

In Cape Coast...

-haben wir uns eine Sklavenburg, gebaut von Portugiesen,... sowie weitere mehr oder weniger noch existierenden Burgen, Aussichtspunkte und fantastisch anzusehende Kirchen angeguckt...

-wirklich gut gegessen; endlich mal wieder ein Salat mir richtigem Dressing...

-waren wir natürlich auch recht gut shoppen...

Einen Tag sind wir von Cape Coast in ein kleines benachbartes Dorf gefahren wo wir uns ebenfalls eine Burg angeguckt haben. Das Dorf war total interessant...die Bautenpracht und die „Armut“ im Verhältnis zur nebenanliegenden touristischen Stadt.


Von Cape Coast sind wir ebenfalls einen Tag in den KAKUM-PARK gefahren...Dort haben wir die atemberaubende Natur im Allgemeinen bestaunt. Morgens früh los kann man die Natur in Ruhe genießen und das Programm seelenruhig durchlaufen...Nachmittags ist der Park voll von Touristen, was dann schon wieder etwas den Reiz nimmt...da die Atmosphäre; die Klänge der Natur verloren gehen...und die Natur mit Menschen voll gepackt auch nicht mehr sonderlich ist...! Im Park kann man mehrere Touren rund um den Tropenwald mitmachen...

Unsere erste Tour war der „Walk from tree to tree“: Wir sind dort von Baum-zu-Baum gelaufen. Verbunden waren riesen afrikanische Bäume mit kleinen schmalen Seilbrücken, über die man rüberlaufen konnte. Wirklich toll und man hatte natürlich während dessen eine tolle Aussicht über ein gigantisches Meer von Tropenwald...es war einfach auch mal ein anderer Blickwinkel; von oben alles zu betrachten. Zugegeben, ziehmlich mittig angekommen auf dem Brückensystem hatte ich schon etwas Angst bezüglich der Höhe..aber nun gut. Das hat sich alle mal gelohnt...Nachdem wir diese Tour beendet hatten startete im Anschluss unsere zweite Tour: Eine Wanderung durch den dichten Tropenwald stand an...weit im Tropenwald drinne war die Geräuschkulisse noch größer, als sowieso schon...wir haben viele unterschiedlich interessante Pflanzen und Bäume bestaunt...unteranderem gigantisch große Bäume mit einem Baumstam der die Große von 4 oder 5 deutsch-typischen Baumstämmen zusammen erreicht...Tiere haben wir leider nicht viele gesehen außer zwei zusammengerollte Tausenfüßler, einen riesen roten schleimigen Wurm, große Waldameisen und natürlich Mücken...



Unsere zweite Station war ELMINA.


Nicht weit von Cape Coast entfernt...aber meines Erachtens viel schöner als Cape. Zum einen, weil es eine viel schönere Stadt ist mit kleinen niedlichen Gassen ist und auch die Kreativität der Gestaltung der kleinen älteren Häusern viel schöner ist und zum anderen, weil sie kleiner und nicht ganz so touristisch gesprägt ist; somit noch etwas Eigenes hat...Hier haben wir auch Silvester verbracht...nebenbei: Neujahr ist ebenso wie Weihnachten nicht sonderlich populär in Ghana...die Leute gehen in die Kirche und Feuerwerk in dem Sinne gibt es nicht wirklich oder derartiges...das einzigste; kurz nach 00.00Uhr gab es einen kleinen festlichen Umzug von Leuten, die trommelnd und tanzend durch die Straßen gezogen sind...In Cape Coast hatten wir uns von Miriam verabschiedet und somit waren wir nur noch zu dritt...Franzi, Phillipp und ich.


In Elima...

-haben wir uns ebenfalls eine viel viel schönere Sklavenburg, als in Cape Coast, angeguckt...diese war nicht ganz sooo erneuert und hatte somit noch antiken Wert und war viel größer und mehr verwinkelt. Auch die Geschichte hat mich weit aus mehr beeindruckt...

-wollten wir uns auf dem holländischen Friedhof umgucken, jedoch war dieser geschlossen...somit haben wir nur vom Tor aus einen Blick erhaschen können....besonders toll fand ich den Baobabbaum, der dort stand(diese afrikanischen Bäume mit ihrer übermächtigen Größe faszinieren mich einfach...). Neben dem Friedhof ging eine riesen lange Treffe hinauf zu einer Missonsstation... oben angekommen hatte man eine wundervolle Aussicht über gesamt Elmina...ruhig wie es dort war konnte man einfach nur ohne ständig angesprochen zu werden Zeit genießen. Ich setzte mich auf eine Mauer genoss die Sonne, den Wind und die Aussicht auf die kleine aber feine Stadt die am Meer grenzt....bestaunte voller Neugierde die kleinen verwinkelten Gassen mit ihren Menschen die Ameisen gleichten...und das endlose Meer.

- lernten wir eine Australierin kennen...total die Liebe; mit ihr haben wir dann unseren letzten Abend im Jahr verbracht...wir sind in ein nahegelegendes Beachresourt gefahren und haben dort lecker und endlich mal nicht ghanaisch gegessen. Es gab Soulfood....jetzt fragt ihr euch bestimmt was darunter fällt. JA, Soul-food...Essen für die Seele...rein vegetarisch mit besonderen Gewürzen und sowas...das was der Seele gut tut und dem Körper. Nach dem Essen sind wir zurück nach Elmina in unser Guesthouse gefahren und haben uns auf die Dachterrasse niedergelassen...um 11.00Uhr meiner Zeit; in Deutschland Neujahr habe ich ein unheimlich tolles Gespräch mit meinem Dad geführt und dann war es auch schon bei uns Neujahr. Wir haben auf der Dachterrasse angestoßen sowie Wunderkerzen angezündet; ich habe das was ich hinter mir lassen möchte sowie meine Vorsätze fürs Neue Jahr verbrannt und wir haben den Umzug auf der Straße bestaunt...später haben wir noch einen afrikanischen Studenten kennengelernt..der hat sich dann zu uns gesellt und wir haben noch nett bis in die Morgenstunden geplaudert....


Ausgeschlafen ging es morgens auf Frühstückssuche...Brot, Ananas. Danach haben Franzi und ich uns von Phillipp verabschieden und sind weiter Richtung Busua aufgebrochen...


Nächster Halt über Takoradi war BUSUA:


Busua ist wirklich nur ein kleines Dörfchen...ebenfalls gelegen am Meer. Da bot es uns an sich in einem Beachresourt niederzulassen. Busua kam mir ein wenig so vor wie Alice im Wunderland....es gab den Pancakeman, den Shoeman, den Fruitjuiceman und fortlaufend weiter...aber es war wirklich nett dort und gleich nach dem ersten Abend dort hatten wir unsere Stamm-ChopBar.


Am ersten morgen sind wir, nach einem leckeren Früchstück beim Pancakeman, zu einem Strandspaziergang aufgebrochen nach Butre...ca. 6Kilometer entfernt. Irgendwann endete der Strand und eigentlich sollte eine steile Treppe den Berg hinaufführen...die haben wir irgendwie nicht gesehen/übersehen und sind dann einfach irgendwie mit Müh und Not an einer Stelle hochgeklettert...zwischendurch kam ein Haus, wo uns ein Mann die weitere Richtung zeigte und angekommen auf dem Berg genossen wir die ebenfalls gigantische Aussicht auf eine Bucht mit einem wunderschönen Bilderbuchstrand(JA; ich hatte viele schöne Aussichten auf meiner Reise..und trotz der Vielzahl waren alle einzigartig)...weiter ging unsere Wanderung durch Busch und Tropenwald...wobei ich Angst hatte Schlangen zu begegnen. Irgendwann kam man raus aus dem Wald und hatte einen Blick nach unten auf Butre...unser Ziel für den Morgen. In Butre angekommen unterhielt ich mich erst einmal mit einem wirklich alten aber lieben Einheimischen und danach starteten wir eine Kanutour..angeblich sollte man Krokodile sehen; wir haben keins gesehen, was mir ehrlich gesagt nicht so viel ausgemacht hat...dafür aber eine schwarze Kobra...die durch's Wasser geschlängelt ist und einen Geier...

Zurück in Busua wollten wir eigentlich den Nachmittag gemütlich am Strand verbingen...jedoch war der vollkommen überladen mit Menschen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Menschen an einem Strand gesehen..so dicht an dicht gequetscht. Wir erfuhren, dass Public Holiday ist...wir taten uns die Bässe der Bars an( in Ghana müsst ihr wissen, wird Musik meist lauter als in einer Disco aufgedreht...ohne Witz...und schon ein wenig schrecklich, da Musik nicht mehr Musik ist) und die Überschwemmung an Menschen am Strand...

Am nächsten Tag, nachdem wir den Morgen in Takoradi Geld geholt hatten trennten Franzi und ich uns für einen Tag. Ich verbrachte einen wirklich ruhigen Tag am Strand...und ich war sogar fast die einzigste dort...! Ein Student gesellte sich für kurze Zeit zu mir und wir unterhielten unsganz nett soweit. Später starrte mich für längere Zeit ein Junge an...irgendwann setzte er sich neben mich und starrte weiter...bis ich Erbarmen mit ihm hatte und ihn fragte, ob denn alles okay sei...ebenso wie mit dem Studenten unterhielt ich mich auch recht nett mir dem Jungen.


An dem darauffolgenden Tag ging unsere Reise weiter und unser Endziel war erreicht: BEJIN.

 

Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass Bejin eigentlich nur dem Zweck des Übernachtens diente. Unser Ziel war das Stelzendorf Nzulezo. Das Stelzendorf, von dem ich schon gesprochen hatte, noch bevor ich überhaupt wusste, dass ich nach Ghana gehe.

In Bejin haben wir auch zwei Jugendliche in unserem Alter kennengelernt, die für 3 Wochen in Ghana rumreisen...zusammen haben wir mit ihnen den Abend verbracht und die Fahrt ins Stelzendorf gemacht.


In Bejin schliefen wir in einer auf stelzenerbauten Bambushütte direkt am Strand..eigentlich ganz cool, wenn man außer Acht lässt, dass es kein Wasser zum Duschen gab, die Toilette ein Plumsklo aus der Antike war UND viele Bambusstöcke morsch waren und man somit manchmal an manchen Stellen eingebrochen ist... Die Nacht war ein Erlebnis; Franzi hatte wenig Schlaf durch mich bekommen, da ich jede Minute in der ich ein Geräusch hörte panisch die Taschenlampe anmachte und das Zimmer nach Tieren absuchte...UND man glaubt es nicht, aber ich habe auch welche gefunden; Spinnen, Käfer, Kakerlaken!! Mitten in der Nacht konnten wir beide nicht mehr schlafen...machten die Zimmertür auf und genossen den nächtlichen Blick aufs Meer sowie den kühlen Wind. Beide mussten wir einfach nur über die Absteige und die Situation lachen...vorallem über meine Krabbeltier-Phobie:D....irgendwann war ich müde, Franzi las und wir entschieden Nachtwache zu schieben bezüglich der Tieren...so kamen wir beide noch zu ein wenig Schlaf. Am nächten Morgen brachte uns der Pächter ein wirklich großes Frühstück für 1,50Euro; es gab Brot, Kaffee, Ei und Bananen. Gestärkt machten wir uns auf den Weg ins Stelzendorf...

Zum Stelzendorf kommt man nur mit einem Boot...dieses Boot war wirklich abenteuerlich, da es nur ca. einen cm überm Wasser lag...alle 5Minuten mussten wir abwechselnd Wasser aus dem Boot schöpfen. Die Tour ging durch naturgeschütztes Gewässer...schilfig, sumpfig....bis wir auf einem riesen See rauskamen...von weitem konnten wir das Dorf dann schon sehen. Die ruhige Atmopshäre auf dem See ließ Zeit um die Gedanken schweifen zu lassen. Angekommen an dem Dorf gab es eine kleine Klettertour aus dem Boot auf das Dorf...und gleich wurden wir auch schon vom Chef(Dorfältester/Bürgermeister) empfangen...spendeten etwas für die Schule und guckten uns das Dof an. Das Dorf bestand aus einer Hauptstraße von der im gleichen Abstand durchgezogene Seitenstraßen nach links und rechts abgingen...jede Seitenstraße wurde von jeder Generation einer Familie bewohnt. Das fand und find ich schon sehr beeindruckend. Total spannend und gleichzeitig erschreckend fand ich ihre Lebenverhältnisse...für mich ein unvorstellbares Leben. In dem Dorf gibt es einfach nichts außer eine Schule und die Wohnhäuser...keine Läden kein gar nichts. Ebenso haben die Menschen keine wirklichen Toiletten oder Duschen...alles was ein Mensch brauch um anständig zu leben, um glücklich zu sein ist bis zum Minimum reduziert...nur das nötigste von nötigsten ist vorhanden...

Als Fazit...ich fand den Besuch dort wirklich beeindruckend, faszinierend, interessant, toll...aber ich hab es mir komplett anders vorgestellt und irgendwie auch spektakulärer...aber es war ein Erlebnis und ich wusste, dass ich DAS auf jeden Fall sehen musste.

Nach der Besichtigung des Dorfes haben wir noch eine weiter Bootstour zu einer Anlegestelle gemacht...dort sind wir einem 10m langen, ebenfalls auf Stelzen gebauten Weg gefolgt und an einem sumpfigen See rausgekommen. Dort hätte man eigentlich Krokodile sehen sollen.. uns liefen leider keine über'n Weg.


Am selben Tag haben wir uns von Bejin auf den Rückweg gemacht...Zwischenstop und übernachten mussten wir in Cape Coast, wo wir uns abends mit Jonas in einer Bar getroffen haben. Am nächsten Morgen ging unsere Reise weiter nach Ho.


Fazit: Meine Reise war wirklich toll, ich habe unheimlich schöne berauschende Sachen gesehen, bin voller Faszination, Zufriedenheit... und bin ebenso müde wie beglückt wieder in Ho angekommen!!!!

Eine Reise mit mehr oder weniger vollem Programm...mit kleinen gesundheitlichen Hürden ...mit neuen Bekanntschaften und jeder Menge mehr. Eine Reise, die wir mit TroTros(Kleinbussen;Bullies) abgefahren sind...einfach an den Straßenrand stellen und warten bis ein TroTro uns mitnehmen kann...die Freiheit in jeglicher Hinsicht....Oft den Standort gewechselt, geguckt wie weit man kommt und ohne Vorbuchung in einer Stadt oder einem Dorf angekommen, mussten wir erst einmal eine Unterkunft finden...das Essen war bis auf in Cape Coast und Elmina sehr brotig bzw. einseitig...und fortlaufend weiter.

Es war ein Abenteuer...ein Erlebnis, welches ich in solchen Dimensionen noch nie erlebt habe und welches mir nicht so schnell aus dem Gedächtniss gehen wird...



Anmerkung: da wir wirklich viel gesehen haben konnte ich nicht alles reinschreiben bzw. wäre es wirklich einfach zu viel gewesen!!I am sorry. AND...ich finde es schwierig so viele unglaubliche Bilder...eine so beeindruckende Reise schriftlich wiederzugeben; da das Gesehende einfach nicht so wiedergegeben werden kann, wie man es empfindet/empfunden hat.


Somit viele liebe Grüße

eure euch liebhabende und vermissende

Afi

 

Regenzeit!!:D

Autor: Svenja | Datum: 19 Oktober 2011, 15:47 | Kommentare deaktiviert

 

Fast jeden Abend regnet es hier...; Regen meist verbunden mit einem kräftigen Gewitter.

entweder man hat Glück gerade unter der Ophut eines Daches zu sein oder man ist unterwegs in den Straßen und wird vom Regen überrascht...

Beim ersteren genießt man am besten einfach den wunderbaren Klang des Regens mit einer Tasse Tee/Kaffee, einem Glas Wein oder derartigem, zum Beispiel auf der Veranda...

Beim zweiteren gibt es zwei Optionen:

  1. man ist auf der Hut und such schnell das weite; bedeutet Unterschlupf suchen=Dach

  2. man lässt den Regenschauer einfach auf sich wirken und genießt diesen...schließlich wird man schon wieder trocken!

Allgemein kann man nur sagen, dass die Regenzeit, in meinen Augen, eine echt schöne Zeit ist. Es ist halt nicht einfach nur Regen...; die Regentropfen sind erstaunlich groß und fallen zahlreich vom Himmel. Dem Schauspiel zuzugucken; zu sehen, wie der Regen auf die tolle wunderschöne Umgebung fällt ist traumhaft...

Ebenso ist der Klang des Regens eigen, besonders und wunderschön...er lässt einen zum Teil in eine Art Trance der Ruhe versetzen...; egal ob der Regen auf die großen Blätter tropfelt oder auf ein Wellblechdach.

Aufjedenfall ist sicher, dass man die Zeit, wann genau der Regen runterkommt, nicht wirklich einschätzen kann. Von null auf hundert und ohne Vorwahnung(z.B. Durch Niselregen...) fängt es an in strömen zu regnen...Was einen da nur übrig bleibt...GELASSENHEIT!:D

 

Unglaubliche Erzählkunst...

Autor: Svenja | Datum: 19 Oktober 2011, 15:44 | Kommentare deaktiviert

 

Ich sitze in der Klasse im Kindergarten. Die Lehrerin fängt an eine Geschichte auf Englisch zu erzählen; die Kinder sitzen gespannt auf ihren Stühlen und lauschen...An manchen stellen stopt die Lehrerin und stellt den Schülern Zwischenfragen um die Aufmerksamkeit sowie das Verständnis zu überprüfen.

Erstaunt bin ich, als die Lehrerin die Kinder interaktiv miteinbezieht...“...near the man was a lion!“ „Do you see a lion here in the room..for example on a poster?“ Ein Kind meldet sich; steht auf Anweisung auf und geht zu einem Poster und zeigt auf den Löwen. Danach sprechen die Kinder zusammen einen Reim, wo das Wort Löwe drinne vorkommt(Ein Reim, der von der Struktur immer gleich bleibt, aber immer mit einem anderen Wort variiert werden kann= bessere Aneignung von englischen Wörtern= spielerisches Lernen).

Nachdem die Lehrerin mit ihrer Geschichte fertig ist dürfen die Kinder auf Ewe Geschichten erzählen...einzelnd geht immer ein Kind nach vorne mit seinem Stuhl,, setzt sich und fängt an eine Geschichte zu erzählen. Gespannt und total Begeistert sitze ich nun da, meine Aufmerksamkeit auf das jeweilige erzählende Kind gerichtet...trotzdessen,, dass ich so gut wie kein Wort verstehe(außer sprechender Mangobaum)! UNGLAUBLICH, wie die Kids mit Begeisterung, Mimik unnd Gestik ihre Geschichten vortragen. Nicht einfach nur erzählen, sondern wirklich aktiv vortragen mit ihren eigen begeisterten großen Augen. Ich selbst bin fasziniert, gespannt und einfach nur gebahnt von den Erzählungen- alles um einen herum wird ein klein wenig ausgelöscht; die Umgebung gleicht einer Fantasiewelt...alleine durch die selbst gemalten Bildern an den Wänden und den bunten Plakaten...aber vor allem durch die Geschichten und der Kreativität die in jedem Kind schlummert!!

 

Trauer/Beerdigungen mal anders...

Autor: Svenja | Datum: 19 Oktober 2011, 15:43 | Kommentare deaktiviert

Letztens bin ich durch die Straßen gezogen und habe wenige Erledigungen in Angriff genommen oder sollte man sagen in Betracht gezogen...nun den...

Als ich mich durch die Straßen bewegte sind mir mehrere kleine Menschenmengen ins Auge gefallen. Menschen jeder Generation mit roter sowie schwarzer Kleidung. Sie maschierten zusammen; machten Musik, sangen, tanzten und zogen die Aufmerksamkeit aller nahegelegenen Passanten auf sich. Vor sowie hinter dem Trupp Autos sowie TroTros, die wie wild hupten...manche fuhren sogar wie die Irren hin und her, sodass man dachte, dass gleich im nächsten Moment ein Unfall passiert.

Warum dieser ganze Spektakel?

Aus einem sehr guten Grund!

Beim näheren betrachten fand man kleine Plakate sowie bedruckte T-Shirts mit einem jungen Mann, seinem Alter und der Aufschrift “Ruhe in Frieden“ drauf. Dieser junge Mann im Alter von 21 Jahren ist gestorben...und nun erweisen diese Menschen ihm und seinem Leben( welches er gehabt hatte) die letzte Ehre! Anders als bei uns wird Trauer in eine Art feiern umgesetzt...Meiner Meinung nach wundervoll; wenn man diese ganzen Menschen betrachtet berührt das einen zu tiefst: zum einen ist man natürlich getroffen, aber zum anderen schätzt man auch das Wert, was das jeweilige Menschenleben hatte und legt das was man selber hat nochmal auf eine ganz neue Wage und schätzt das was man hat noch mal mehr wert...

Hier in Ghana dauert die Trauerzeit vom Tod bis zur Beerdigung 40Tage. In dieser Zeit gibt es mehrere Etappen der Trauer...die größte wohl die „Überführung des Leichnams“ vom Krankenhaus zu seinem Zuhause/Elternhaus; wo eben auch der oben beschriebene Marsch dazugehörte. Der Leichnam ist nämlich eingewickelt in einem Tuch zwischen dieser Menge von Menschen; auf einem Truck oder in einem geschlossenen Leichenwagen(meist selten der Fall).

Zum Schluss der Wanderung bilden die Leute zwei gegenüberstehende Reihen; in der Mitte fährt der Wagen mit dem Leichnam durch...und jeder kann ihn nochmal „ sehen“ und ihm auf wiedersehen sagen-winken.


Kleine Anmerkung:

Zu Beerdigungen zu gehen ist in Ghana wie eine Art „Volkssport“. An fast jedem Wochenende sind meist mehrere Beerdigungen vorhanden. Man geht auch zu Beerdigungen von Verstorbenen, die man nicht näher kennt= Respekt Erweisung gegenüber der Menschen und das Leben im allgemeinen.


Abweichungen mögich...

 

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